
↵ back to portfolio
IMAGO
video loop | 04:40 min. | 4-channel sound | 2022
text (de)
Der lateinische Begriff „Imago“ (d.: Bild, Bildnis) findet sich in mehreren Bereichen wieder; In der Biologie bezeichnet es das herangewachsene, geschlechtsreife Insekt, in der analytischen Psychologie beschreibt es das oft unterbewusste Vorstellungsbild einer bestimmten Person, dass auch nach der Begegnung bestehen bleibt. Im Mittelalter benannte man so Wachsmasken, die Gesichter Verstorbener portraitieren sollten zu Ehren der Person. All diese Anwendungen verbinden das lebende Wesen mit dem Akt des Heranwachsens, der physischen und psychischen Existenz sowie dem Ableben und der Frage, was danach folgt.
In der gleichnamigen Videoarbeit beschäftige ich mich mit dem Zyklischen, Metamorphosen des Lebens. Jeder Atemzug gibt den Takt zum Nächsten vor.
Die Lunge dehnt sich aus,
der Körper öffnet sich.
Zieht sie sich zusammen,
verschließt er sich.
56 Dreifachbelichtungen meines eigenen Körpers verschmelzen kreislaufend ineinander. Jedes Einzelbild besteht aus dem performativen Akt der Mimikry, dem Nachahmen insektuider Formsprache.
